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Hochparterre: «Die Stadt ist ein Park ist eine Stadt»

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Am Broderbrunnen liesse es sich unter Baumschatten an Hitzetagen besser verweilen.

In der Rubrik «Planung & Städtebau» des aktuellen Hochparterre würdigt der Journalist Marcel Bächtiger «Grünes Gallustal» als beispielhaftes Leitbild zum Stadtumbau im Zeichen der Klimakrise.

Im umfassenden Artikel (PDF) zeigt er anhand des Broderbrunnens, wie sich der Platz rund um das Denkmal in den letzten 100 Jahren zur traurigen grauen Fläche gewandelt hat. Er schreibt: «Eingeschlossen von asphaltierten Flächen – die einst schmucken Blumenbeete sind zu ärmlichen Rabatten geschrumpft, die rahmenden Bäume zu grossen Teilen gefällt –, ist der Broderbrunnen heute nicht viel mehr als ein trauriges Überbleibsel aus besseren Zeiten, eine vergessene Jugendstilfreude in der Trostlosigkeit einer autogerechten Stadt.»

Regula_Geisser Foto Martin Arnold
Regula Geisser vor dem Broderbrunnen in St.Gallen

Im Interview (PDF) erklärt Regula Geisser, wie das Team hinter «Grünes Gallustal» ein Leitbild entwickelte, das den Landschaftsarchitekten ebenso überzeugen kann wie die Stadthistorikerin. Sie ist überzeugt: «Es muss jetzt schnell und flächendeckend vorwärtsgehen, denn der Schaden wird mit jedem Jahr grösser.»

Sie schätzt die Umsetzung der Massnahmen für ein grüneres St.Gallen über einen Zeitraum von 20 Jahren als durchaus realistisch ein – wenn die richtigen Prioritäten gesetzt werden. Sie rechnet vor: «Die Umsetzung kostet jedes Jahr 100 Millionen Franken, aber diese Kosten verteilen sich auf mehrere Schultern: Mit etwa 20 Millionen schlagen die Massnahmen der Privaten in Gärten oder bei Begrünungen zu Buche. Etwa 30 Millionen entfallen auf den Bund, in dessen Zuständigkeit beispielsweise die Sitter-Renaturierung fällt. Dann bleiben 50 Millionen bei Stadt und Kanton. Nehmen wir als Vergleich das neue Busdepot, dessen Erstellung die Stadt allein 100 Millionen Franken kostet, relativieren sich die Kosten recht schnell.»

Laut Regula Geisser hat «Grünes Gallustal» das Potenzial, die externen Kosten massiv zu senken und gleichzeitig die Lebens- und Wohnqualität in der Stadt zu steigern.

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