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Vom Durchgangsort zur Flaniermeile: ein Ideenpapier zur Multergasse
Die Multergasse steht vor mehreren Herausforderungen, die ihre Attraktivität und Aufenthaltsqualität derzeit beeinträchtigen. So wird ihr aktueller Zustand in Bezug auf Gestaltung und Erscheinungsbild dem angestrebten Image einer eleganten und einladenden Flaniermeile nicht gerecht. Eine Aufwertung durch einen neuen Bodenbelag, mehr Begrünung sowie eine einheitliche Möblierung könnte dazu beitragen, die Besonderheit und Ausstrahlung der Gasse wieder stärker hervorzuheben.
Im Auftrag der Multergass-Gesellschaft entwickelten GSI Architekten ein Gestaltungskonzept welches folgende Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze aufgreift: den unzureichenden Zustand und die nicht dem gewünschten Image entsprechende Optik der Multergasse, die morgendliche Unattraktivität durch Anlieferungen, Engpässe und Beeinträchtigungen durch Bauzäune und provisorische Einrichtungen im Gassenraum während Baustellen, Nutzungskonflikte durch Velos im Fussgängerstrom während Stosszeiten, die Wildparkierung von Velos vor Schaufenstern, die teilweise als störend empfundene Häufung von Events und Standaktionen sowie die geringe Verweildauer der Kundinnen und Kunden, wodurch die Gasse oft unbelebt wirkt.
Bei einer Umgestaltung der Multergasse sind zahlreiche Akteurinnen und Akteure involviert. Das Konzept formuliert konkrete Vorschläge zur gestalterischen Aufwertung, insbesondere in Bezug auf Pflästerung und Begrünung. Die weiteren, oben genannten Herausforderungen im Bereich der Nutzung werden in Form von Szenarien aufgezeigt, die als Grundlage für die Diskussion im weiteren Planungsprozess dienen.
Über das vorgestellte Konzept hat auch das St. Galler Tagblatt berichtet. Nun bleibt abzuwarten, wie die Stadt die Vorschläge aufnimmt und welche nächsten Schritte folgen.
Die Multergasse ist eine der ältesten und bedeutendsten Strassen der St. Galler Altstadt. Vom Mittelalter bis zur Blütezeit der Stickereiindustrie prägten wechselnde Architekturstile ihr Gesicht – zuletzt der elegante Jugendstil. Trotz Erneuerung blieb die mittelalterliche Struktur erhalten und verleiht der Gasse bis heute ihren besonderen Reiz. 1974 wurde sie als erste Strasse der Stadt autofrei, was ihren Charakter weiter stärkte. Die historische Karte zeigt eine Gasse, die seit Jahrhunderten das Stadtbild prägt und bis heute lebendig geblieben ist.