Bahnhof St.Fiden, St.Gallen (SG)

Erweiterung Zwischennutzung Areal Bach

Areal_Bach-GSI Architekten_Familienzentrum

Ausführung: Herbst 2024
Fotografie: Anna-Tina Eberhard / GSI Architekten

Das Areal Bach ist eine rund 17’600 m² grosse Brache zwischen Migros Bach und dem Bahnhof St. Fiden im Osten der St. Gallen. Als Teil des Entwicklungsraums St. Fiden–Heiligkreuz birgt das Gebiet grosses Potenzial für die zukünftige Stadtentwicklung. Während die planerischen Arbeiten für eine langfristige Bebauung laufen, wird das Areal bewusst nicht brachgelassen: Aus der Bevölkerung heraus entstand die Idee einer Zwischennutzung.

Der Verein Areal Bach, gegründet im Jahr 2020, eröffnet im Frühling 2021 einen ersten Teilbereich als öffentlich zugängliche Zwischennutzung. Seither entwickelt sich das Areal in enger Zusammenarbeit mit der Quartierbevölkerung stetig weiter und wächst zu einem lebendigen Begegnungsort.
Für sein Engagement wird der Verein 2023 mit dem Schweizerischen Bindingpreis für Biodiversität ausgezeichnet. Diese Anerkennung bildet den Grundstein für eine zweite Entwicklungs¬etappe: Das Areal wird um 2500m² erweitert, ökologisch aufgewertet und für mindestens fünf Jahre zwischengenutzt – bis zu einem möglichen Baustart eines zukünftigen Stadtprojekts.

Stadtnatur

Die rund 2’500m² grosse Erweiterungsfläche wird umfassend begrünt und ökologisch aufgewertet. Zahlreiche Bäume und Sträucher verbessern das Mikroklima, spenden Schatten und unterstützen die nächtliche Abkühlung der Hitzeinsel St. Fiden. Ein Grossteil der Bäume und Sträucher wurde aus einer zu Ende gehenden Zwischennutzung in Altstätten übernommen und konnte so weiterverwendet werden. Das Begrünungskonzept setzt gezielt auf Pionierarten wie beispielsweise Birken, Pappeln und Weiden. Rund 900m² Asphalt werden aufgebrochen und rückgebaut, der Untergrund wird vollständig neu aufbereitet. Durch eine gezielte Aussaat entstehen Ruderalflächen, Blumenwiesen sowie ein Feuchtstandort für heimische Stadtfauna und -flora. Gesammeltes Dachwasser fördert die ökologische Vielfalt und wird im Sinne des Schwammstadtprinzips zurückgehalten und kontrolliert zur Verdunstung gebracht

Quartier- und Familienzentrum

Auf der neu entwickelten Fläche entsteht ein Quartier- und Familienzentrum als sozialer Ankerpunkt im Areal. Es dient als Dreh- und Angelpunkt für Informationen und Angebote im Quartier – für junge Familien ebenso wie für ältere Quartierbewohnerinnen und -bewohner. Die Trägerschaft liegt nicht allein beim Verein Areal Bach, sondern wird von einer breit abgestützten Arbeitsgruppe getragen.
Mit dem Erwerb von zwei grosszügigen, zusammengebauten Containern aus der Zwischennutzung der Gärtnerei in Altstätten wird eine nachhaltige Lösung realisiert, die als ganzjährig nutzbarer Treffpunkt dient. Hier entwickeln sich künftig unterschiedliche Begegnungsorte und Aktivitäten, die das soziale Leben im Quartier stärken.
Ziel ist die Entwicklung eines zeitlich begrenzten, öffentlichen Areals für soziale, kreative und soziokulturelle Nutzungen. Das Nutzungskonzept ist bewusst flexibel angelegt, reagiert auf Veränderungen und öffnet sich laufend neuen Bedürfnissen. So entsteht ein niederschwelliger Ort, an dem Begegnungen selbstverständlich und ungezwungen stattfinden.